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June 02 2010
Psychische Erkrankungen am Vormarsch
Die klassischen Arbeitsunfälle gehen zurück, die psychisch bedingten Erkrankungen steigen - jeder 16. Krankenstandstag ist auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen.
Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat die Krankenstandszahlen vom Vorjahr ausgewertet. Von den insgesamt 38,7 Millionen Krankenstandstagen sind 2,4 Millionen aufgrund psychischer Probleme wie z.B. Depressionen, Bournout und Alkoholismus. Als Ursachen für das Ansteigen der psychischen Erkrankungen gelten: Private Faktoren, Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit und Job-Angst.
Die Zahl der psychischen Erkrankungen ist in den letzten 10 Jahren von 16,7 auf 21,3 Fällen pro 1.000 ArbeiternehmerInnen gestiegen. 65.525 ArbeitnehmerInnen fielen 2009 aufgrund von psychischen Problemen rund 37 Tage lang aus dem Arbeitsprozess. Die Abwesenheitszeit ist dreimal so lang wie bei anderen Krankheiten. Interessant ist auch die Tatsache, dass von den insgesamt 65.525 ArbeitnehmerInnen 40.856 Frauen aufgrund psychischer Probleme nicht mehr arbeitsfähig waren.
Sowohl die Arbeiterkammer als auch der Hauptverband vermuten, dass es eine hohe Dunkelziffer an psychischen Erkrankungen gibt, die somit nicht in der offiziellen Statistik als solche aufscheinen, wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, die oft durch psychische Belastungen ausgelöst werden.
Welchen Einfluss die Arbeitsbedingungen auf psychische Erkrankungen haben soll nun eine Studie vom WIFO erforschen.
